Die fünf Säulen des Karate Do

Karate Do ruht auf fünf gleichberechtigten Säulen:

  • Kihon (Ki = Energie, (Vital-)Kraft; Hon = Basis)
    Besonders zu Beginn, aber auch im weiteren Verlauf eines Budoweges steht das Erlernen der Kihon-Kata (Basisformen) im Zentrum der Übung eines jeden okinawanischen Karatestils. Denn auch das stärkste Dach ist ohne ein ebenso starkes Fundament nutzlos.
    Alle weiteren Formen und Techniken bauen auf diesem Fundament auf, daher darf es nicht vernachlässigt, sondern muss immer wieder aufs Neue gefestigt werden.

Kihon Kata

Kihon Kata (im Vordergrund: Bader Michel, 5.Dan Renshi & Frey Kurt, 5. Dan Renshi, die Leiter des Shirasagi Dojo Marburg)

  • Kata (Form/Gestalt)
    Eine Kata besteht aus festgelegten Bewegungsabläufen mit Block,- Schlag- und Tritttechniken und enthält die versteckten Kampftechniken.
    Sie ist der Schlüssel zum eigenen System und macht einen Stil erst aus, verleiht ihm also sein Gesicht.
    Oftmals werden Kata zu Unrecht als reine Formübung angesehen, sie gehen aber weit über dies hinaus. Die richtige Übung der Kata bedeutet harte, schweißtreibende Arbeit an sich selbst und ist äußerst umfangreich. Erst durch die intensive Auseinandersetzung mit der Kata und all ihren Erscheinungsformen, wie z.B. das „Kata Kumi Waza" (Üben der Kata-Techniken mit einem oder mehreren Partnern), oder das „Kata Bunkai" (die sog. Entschlüsselung der Kata-Techniken) führt zum Verständnis und zur Bewusstwerdung der Bedeutung einer Kata.
  • Bunkai (Entschlüsselung/Anwendung)
    Im Bunkai werden die Kata-Techniken realistischer und somit auch gefährlicher. Das Üben des Bunkai erfordert daher äußerste Konzentration und Disziplin, um Verletzungen zu vermeiden.

                                Bunkai

 

  • Kumite („Begegnung der Hände")
  • Beim Kumite handelt es sich um einen (sportlichen) Wettkampf zweier Gegner, ohne vorherige Absprache. Der Wettkampfgedanke ist im traditionellen Karate zwar nicht vorhanden, so ist er aber doch eine gute Übung für die realistische Selbstverteidigungssituation und für das Annehmen von Herausforderungen im Allgemeinen. Ein treffender Satz zum Kumite lautet:
    „Sport beinhaltet kein Budo, aber Budo beinhaltet Sport."
    Wenn sich die Übenden im Kumite versuchen, findet dieses Im Shorinryu Shidokan Karate Do entweder als Voll- oder als Halbkontakt statt, je nach körperlicher Verfassung und Wunsch nach mehr oder weniger Härte.
  • Makiwara („mit Stroh umwickelt")
    Beim Makiwara handelt es sich äußerlich um ein recht simples Trainingsgerät, das aber eine große Wirkung erzielen kann.
    Durch das Schlagen auf dieses mit Reisstroh umwickelten Brett sollen einerseits Knochen, Gelenke, Gewebe etc. abgehärtet, aber auch die richtige Schlagtechnik und punktgenauer Energieeinsatz trainiert werden.
    Die richtige Ausführung der Technik ist auch hier von großer Wichtigkeit, da man sich bei falscher Handhabung erhebliche und langwierige Verletzungen an Knöcheln, Gelenken und Kapseln zuziehen kann.

Makiwara

Makiwara im Honbu Dojo Düsseldorf

Okinawa, Shido Kan, Shorinryu, Karate do